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Mestre Pastihna

        Mestre Pastihna

 

Name:

Vicente Ferreira (Pastinha)

Capoeira Style: Angolero

  1. 5.April 1889 in Salvador, Bahía

† 14. Oktober 1981 im Alter von 92 Jahren.

 

Vicente Joaquim Ferreira Pastinha, der Mestre Pastinha, wurde am 5. April 1889 in Salvador, Bahia, geboren. Er war Sohn des Spaniers José Senhor Pastinha und der Schwarzen Raimunda dos Santos. Im Alter von 10 Jahren begann er die ersten Capoeira-Bewegungen und Sprünge zu lernen, bei einem kräftigen schwarzen Mestre, der noch in Angola geboren war, sie nannten ihn Benedito. Bald entwickelte er sich zu einem der besten Capoeiristas von Bahia. Im Jahr 1941 gründet er sein “Centro Esportivo de Capoeira Angola" auf dem Pelourinho-Platz Nr. 19 – einem historisch bedeutenden Ort, umgeben von alten Nobelvillen und Jahrhunderte alten Kirchen des antiken Bahia. Dort in der Villa Nummer 19 lehrte der alte Mestre Pastinha den “Capoeira de Angola“ und präsentierte sich den Touristen aus der ganzen Welt mit seinen Capoeirista-Freunden: Totonho de Maré, Traíra, Gato, Bilusca, Daniel Noronha, Samuel Querido de Deus, Bugalho, Aberrê, Amorzinho, Sete Mortes und vielen anderen – und mit seinen Lieblingsschülern João Grande und João Pequeno. Pastinhas Ruhm wuchs, er fing an, Einladungen zu bekommen, um sich und seine Gruppe in anderen Staaten Brasiliens zu präsentieren. Dann vertrat er die Nation auf dem "Premier Festival Internacional de Arts Negres" in Dakar, Afrika, das im April 1966 stattfand – er war vom brasilianischen Aussenminister persönlich eingeladen worden, um Brasilien mit einer entsprechenden Delegation würdig zu vertreten. Dort erhielt der Meister verschiedene Preise und besondere Ehrungen der Teilnehmer und der Promotoren des Festivals – seine Präsentation wurde als “Grösste Attraktion“ in allen Medien gelobt. 

1964 brachte Pastinha ein Buch auf den Markt mit dem Titel “Capoeira Angola“ – etwas später eine Platte mit Begleitmusiken zum Capoeira. Pastinha malte, schrieb Gedichte und Musikstücke für den Capoeira. “Hexerei des Sklaven im Schrei nach Freiheit – sein Anfang hat keine Methode, sein Ende ist selbst dem weisesten aller Meister unbekannt“ - das ist Pastinhas Definition vom Capoeira. 

Lob bekam er im Überfluss – Schüler ebenfalls. Sein Haus war stets voll von Freunden, und der Capoeira war dem alten Meister der beste und intimste Freund. Und dann war der Traum plötzlich zu Ende. Männer erschienen vor seiner Haustür und teilten ihm mit, das sie bald mit den Reformen des unter Denkmalschutz stehenden Pelourinho-Komplexes beginnen würden und er erst einmal aus seinem Haus ausziehen müsste – aber er solle sich nicht beunruhigen, denn sobald die Reform seines Gebäudes abgeschlossen sei, würde er wieder in seine Akademie zurückkehren können. Und Pastinha zog aus. Sie nahmen ihm seinen Broterwerb und billigten ihm eine monatliche Unterstützung von 300,00 Cruzeiros zu, von denen er mit seiner Frau und seinen Kindern überleben sollte. Seine Sachen aus der Akademie – Bänke, Trommeln, Reflektoren, Tonträger, Berimbaus, gemalte Bilder, Portraits von Freunden und Schülern, Trophäen und Urkunden etc. verlor er. Sie hatten ihm gesagt, er solle alles in eine Ecke stellen, sie würden sich darum kümmern. Als er später danach suchte, wollte niemand von den Sachen gehört haben – und dabei blieb es dann. Pastinha zog sich in ein gemietetes Zimmer zurück, in der Rua Alfredo Brito, 14, dortselbst auf dem Pelourinho-Platz. Es war ein kleines Zimmer, schmutzig, ohne Fenster, in Nachbarschaft von Prostituierten und Verbrechern, ein wahrhaftiger Abstellraum, in dem nicht einmal ein Herd Platz hatte – der musste in die Tür gestellt werden, damit Dona Nice, seine Frau, auf ihm den “Pilão“ des Meisters zubereiten konnte. 

Als ihm seine Freunde die Nachricht brachten, dass sein ehemaliges Haus jetzt den SENAC beherberge, eine Schule für angehende Hotelköche, mit einem Restaurant für Touristen, und dass sie ausserdem im hinteren Teil ein Theater eingerichtet hätten für eine Folklore-Show für Touristen, und dass er niemals mehr seine Akademie zurück bekäme – da versank der Meister in eine Depression ohnegleichen, nur seine eigene Lebensphilosophie und seine Weisheit vergangener Jahre hielten ihn am Leben: “Ich habe keine Ambitionen mehr, will nichts Besonderes mehr von diesem Leben. Was brauche ich schon? Einen Platz, wo ich bleiben kann, wo ich ein bisschen Geld zum Überleben verdiene. Ich habe für viele Leute dieser Gesellschaft gearbeitet, erwarte aber nichts von ihnen. Ich komm durch mit den paar Münzen und mit der Hilfe meiner Begleiterin. Mein Heiliger ist stark und widersteht dem Druck der Feinde, die mich um meinen Meistertitel beneiden, und der für mich keinen Wert mehr hat“. 

Am 13. November 1981, im Alter von 92 Jahren, verlassen von den öffentlichen Organen und auch von der Mehrheit seiner Schüler, stirbt Mestre Pastinha und hinterlässt eine nicht mehr zu schliessende Lücke – nicht nur für die Adepten des “Capoeira de Angola“.

 

Quelle:Brasilienportal

 

 

 

 

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